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Gladbeckerin ist neues Mitglied der Kirchenleitung

Renate Philipp (m.) ist neues Mitglied der Kirchenleitung der EKvW. Der Gladbecker Schulleiterin gratulierten zur Wahl die Synodalen Gudrun Winkel, Dr. Peter Hardetert, Superintendent Detlef Mucks-Büker und Pfarrer Ulrich Schulte (v.l.). Foto: Bugzel

Bielefeld/Kirchenkreis - Mit Renate Philipp stellt der Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten ein neues nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Die Gladbeckerin wurde auf der in Bielefeld-Bethel tagenden Landessynode der EKvW für zunächst vier Jahre in ihr Amt im Leitungsgremium der viertgrößten Landeskirche in Deutschland gewählt. Die Kirchenleitung ist in der EKvW nach der Landessynode das wichtigste Gremium. Es tagt einmal im Monat unter der Leitung des Präses.

Renate Philipp, 1947 in Detmold geboren, studierte Pädagogik und arbeitete seit 1971 als Grund- und Hauptschullehrerin in Gelsenkirchen, zeitweise als Fachleiterin für den Evangelischen Religionsunterricht. 1997 wurde sie Konrektorin und 2001 Schulleiterin der Evangelischen Uhlandschule in Gladbeck. In der Evangelischen Kirche Gladbeck übernahm die Pädagogin lange Jahre Verantwortung als Presbyterin an der Markuskirche und engagierte sich im Stadtkirchenrat als Mitglied des Fachausschusses Schule/Bildung.

"Ich freue mich sehr auf die Arbeit in der Kirchenleitung und speziell im Ausschuss Kirche und Bildung", sagte Renate Philipp am Rande der Landessynode. Sie habe bereits erste Kontakte knüpfen können und fühle sich im Kreise ihrer Kollegen gut aufgenommen.

Mit Superintendent Detlef Mucks-Büker, Pfarrer Ulrich Schulte (Bottrop), Gudrun Winkel (Dorsten) und Dr. Peter Hardetert (Gladbeck) war der Kirchenkreis mit vier Abgeordneten auf der Landessynode vertreten. "Im Mittelpunkt der Synode stand neben den Wahlen zur Kirchenleitung das Thema Kirche und Globalisierung", erklärte Superintendent Mucks-Büker in Bielefeld. Angesichts der weltweiten Finanz-, Wirtschafts- und Klimakrise habe das Thema noch an Aktualität gewonnen. Vor diesem Hintergrund werde die EKvW ein Energie- und Klimaschutzkonzept entwickeln, das alle Bereiche kirchlichen Handelns umfasse. "Dies bedeutet eine Verminderung der CO2 Emissionen um 40 Prozent bis 2020 auf der Basis von 1990."

Für die Kirchengemeinden bedeute dies, bei Veranstaltungen auf CO2 Neutralität und Umweltverträglichkeit zu achten, sagte Pfarrer Ulrich Schulte. Auch beim Konsumverhalten stehe die Kirche selbst in der Pflicht, möglichst schöpfungsgerecht zu handeln und fair gehandelten Produkten den Vorzug zu geben.

Das Kirchenparlament habe sich auch für ein großzügigeres Bleiberecht für Flüchtlinge ausgesprochen, hoben die Synodalen Hardetert und Winkel hervor. Die 2009 auslaufende gesetzliche Altfallregelung müsse verlängert werden, damit Flüchtlinge die Chance haben, sich beruflich zu qualifizieren und ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Die EKvW habe auf der Landessynode eine positive Abschlussbilanz ihres Reformprozesses "Kirche mit Zukunft" gezogen, betonte Superintendent Mucks-Büker. Die Reformen müssten nun innerhalb der Kirchenkreise und -gemeinden weitergeführt werden. "Dazu sollen sie in zwei Jahren eine Konzeption erarbeiten, in der sie ihre Schwerpunkte und Stärken festlegen", erläuterte Mucks-Büker. Dies sei eine Chance, sich nicht mehr nur vom Rotstift treiben zu lassen, sondern das Heft des Handelns an den aufgestellten Leitlinien anzupacken. Bu

 

 

Pfarrer Bernd Münker verlässt Rhade

Auch die Kinder des Kindergottesdienstteams verabschiedeten ihren Pfarrer Bernd Münker ins Siegerland. Foto: Bugzel

Dorsten - Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche, Rhade, verabschiedete die Gemeinde Holsterhausen an der Lippe ihren Pfarrer Bernd Münker. Der 42-jährige Seelsorger verlässt nach fünfjährigem Dienst Rhade und Lembeck und tritt eine neue Pfarrstelle in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Eiserfeld im Kirchenkreis Siegen an. Damit kehrt Münker, der aus Ferndorf stammt, zu seinen heimatlichen Wurzeln zurück.

Bern Münker ist vereiratet und hat drei Kinder. Sein Weggang zu diesem Zeitpunkt sei auch im Interesse der Kinder günstig, sagte Münker. Zwei seiner Kinder sind gerade erst eingeschult und bei seinem Sohn stehe 2009 sowieso ein Schulwechsel an, begründete Bernd Münker seinen Entschluss.

Fünf Jahre lang hat der Pfarrer in Rhade und Lembeck seinen Dienst versehen, "eine kurze Zeit". Es seien bewegte und unruhige Jahre gewesen. Besonders wehgetan habe ihm die Schließung des Gemeindezentrums in Lembeck. "Das war eine ganz schwierige Phase und hat keinem gut getan."

Für seine Gemeinde in Rhade wünscht sich Bernd Münker, dass seien Initiativen von Bibelkreis und zwei Hauskreisen, die sich mit reformatorischen Glaubensfragen beschäftigen, Früchte tragen und bestehen bleiben. Er nehme viele positive Erfahrungen an seine Zeit in Dorsten mit ins Siegerland, bekräftigte der scheidende Pfarrer, der sich auf die Herausforderungen, die ihn im Kirchenkreis Siegen erwarten, freut.

Mit dem Weggang von Bern Münker sinkt die Zahl der Evangelischen Pfarrstellen in Dorsten von sieben auf noch sechs. Die pfarramtliche Versorgung in Rhade und Lembeck übernehmen in den nächsten Monaten die Pfarrer aus Holsterhausen und Dorsten-Altstadt. Bu

 

Projektwoche: Globalisierung gestalten

Kirchenkreis -Mit einer Projektwoche vom 24. bis 27. November befasst sich der Evangelische Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten mit der im letzten Jahr auf der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) verabschiedeten Hauptvorlage "Globalisierung gestalten". Am Pfingstfest 2009 jährt sich zum 75. Mal die Verabschiedung der Theologischen Erklärung von Barmen. 1934 war sie ein mutiges Zeugnis der Bekennenden Kirche gegen die totalitären Ansprüche des Nazi-Regiemes auch gegenüber den Kirchen.

Heute stehen Staat(en) und Kirche(n) vor neuen, gewaltigen und globalen Herausforderungen: Finanzkrise und Klimawandel, gesellschaftliche Armut, Hunger, Flüchtlingselend, Aids und Terrorismusgefahr. "Die Hauptvorlage der westfälischen Landeskirche 2007-2009 fordert uns auf, Globalisierung zu gestalten", sagt Superintendent Detlef Mucks-Büker. Dazu solle auch die Projektwoche im Kirchenkreis einen Beitrag leisten.

Sie beginnt am Montag, 24. November um 19.30 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Postallee 12 in Gladbeck. Zum Thema "Politik als Wohltat - Barmen V heute bedacht" spricht Pfarrer Dr. Peter Bukowski, Moderator des Reformierten Bundes in Deutschland. "Alle am Leben teilhaben lassen" - über die Herausforderungen für eine solidarische Nutzung des Reichtums spricht am Dienstag, 25. November um 19.30 im Gemeindehaus Dorsten-Holsterhausen, Martin-Luther-Straße 45, Sigrid Reihs, Landessozialpfarrerin der EKvW.

Hungerkrisen und das Recht auf Nahrung stehen im Mittelpunkt eines Vortrags von Leila Sen, Mitarbeiterin von FIAN ("Food first" - Informations- und Aktionsnetzwerk) am Mittwoch, 26. November um 19.30 Uhr in der Martinskirche Bottrop, Osterfelder Straße 11. Abgerundet wird die Projektwoche am Donnerstag, 27. November um 19.30 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche, Paul-Gerhardt-Allee, Bottrop-Boy. Zum Thema "Deutschland im Klimawandel" - Klimaschutz und die Verantwortung der Kirchen referiert Pfarrer Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der EKvW. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Bu

 

 

Der singende Lukaskindergarten

Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen, sagte der weltberühmte Geiger Lord Yehudi Menuhin. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage stellen die neuen Singpaten und die Kinder des Gladbecker Lukaskindergarten einmal pro Woche unter Beweis. Foto: Bugzel

Gladbeck - Einfacher kann es doch gar nicht gehen: Senioren singen gerne und haben Zeit. Kinder singen ebenso gerne und haben auch Zeit. Und wo können sich beide am besten treffen? Im Kindergarten! Und genau dies tun neun Gladbecker im Alter von 56 bis 82 Jahren. Sie treffen sich als so genannte Singpaten einmal in der Woche mit dem musikalischen Nachwuchs des Ev. Lukaskindergartens und packen die Gitarre aus. Eine Stunde lang wird in kleinen Gruppen gesungen, erzählt und gelacht. Zu den Klängen längst vergessener Volkslieder aber auch zu neueren Kompositionen. Alles ganz ohne Leistungsdruck und den Anspruch auf Perfektion.

"Im April haben wir das Projekt "Il canto" aus der Taufe gehoben, das seitdem bei unseren Kindern sehr beliebt ist", erklärt Erzieherin Susanne Rohr-Bogucki. Das Projekt sei Bestandteil der Yehudi Menuhin Stiftung und des internationalen Netzwerks "Il canto del mondo" zur Förderung des Singens im Alltag. Das Konzept von "Il canto" beruhe auf der Idee, alte deutsche Volkslieder wiederzubeleben und Kinder im Elementaralter an das Musizieren und Singen heranzuführen. Mit diesem Projekt übernehme der Lukaskindergarten in Gladbeck eine "Vorreiterrolle".

"Auch wenn die Kinder nichr alles verstehen, was in den Liedern gesagt wird, kann das Singen durchaus Ansporn und Motivation schaffen, diese Welt zu verstehen", ist sich die Erzieherin sicher. Mit dem Generationen verbindenden Projekt habe man eine neue, sinnvolle Aufgabe gefunden, sagt Singpatin Hannelore Gibas, "wir fühlen uns integriert und gebraucht." Gemeinsam mit den anderen Singpaten hat sich die Vorsitzende der Ev. Frauenhilfe Butendorf ein halbes Jahr lang auf ihre neue Aufgabe vorbereitet.

"Mit ihrem Engagement tragen die Singpaten eine musikalische Lebensart in den Kindergarten hinein", ist auch Pfarrerin Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup überzeugt. Den Kindern werde Rhythmusgefühl, Lebensfreude und der Spaß am "Selbermachen" vermittelt. "Dadurch können die Kinder Gemeinschaft positiv erleben, ihre Konzentrationsfähigkeit, die sprachliche Entwicklung und ihr Sozialverhalten werden gefördert", ist sich die Gladbecker Seelsorgerin sicher. 

Seniorinnen und Senioren, die gerne Singpaten werden möchten, können sich mit Kirsten Wittenhorst, Leiterin des Lukaskindergartens, unter Tel. 02043/34460 in Verbindung setzten. Bu

 

Markt muss dem Allgemeinwohl dienen

Warnte vor der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland: Präses Alfred Buß. Foto: EKvW

Bottrop - Wie kann es gelingen, mehr ökologische Verantwortung und Fairness in den Prozess der Globalisierung bringen? Staatliches Handeln angesichts weltweiter Wirtschaftsverpflechtungen war im Lokschuppen Bottrop Thema eines Symposiums der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), der Landesvereinigung der Arbeitsgeberverbände NRW und des Landesverbandes NRW des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Zur Finanz, Ernährungs- und Klimakrise diskutierten der Präses der westfälischen Landeskirche, Alfred Buß, NRW-Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke und Guntram Schneider, Vorsitzender des DGB NRW.

Unter dem Eindruck der Krisen frage die Evangelische Kirche neu nach den Aufgaben des Staates, erklärte Präses Buß. Entscheidend sei die Frage nach den Rahmenordnungen in internationalen Zusammenhängen. Von der wachsenen Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland seien vor allem Kinder und Alleinerziehende betroffen. Es sei Sache der Politik, die Prozesse des Marktes am Allgemeinwohl zu orientieren. Buß rief dazu auf, den Vorrang der Politik gegenüber der Wirtschaft zurückzugewinnen. "Das Modell der Sozialen Marktordnung bedeutet eine Balance zwischen Lebens-, Sozial- und Wirtschaftsordnung", unterstrich der leitenden Theologe der EKvW. Man dürfe die Welt nicht den Rechnern überlassen, die nur nach Effizienz, Rendite und Wirtschaftlichkeit fragen, warnte Buß. Die Evangelische Kirche wünsche sich Unternehmer, die ihre Freiräume vorbildlich für soziale und umweltgerechte Lösungen nutzten und sich gleichzeitig für konstruktive Ordnungsregeln im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft einsetzten.

Die Ansicht "privat vor Staat" müsse endlich zu den politischen Akten gelegt werden, sagte Guntram Schneider, "sie hat uns jetzt in diese Situation gebracht." Die Finanzkrise habe gezeigt, dass die internationen Finanzmärkte ein "stringentes Rahmensystem" benötigten. Der NRW DGB-Vorsitzende forderte ordnungspolitische Kriterien, um einen "urwüchsig um sich greifenden Kapitalismus" zu begegnen. Schneider: "Wir brauchen einen Kapitalmarkt-TÜV, neue Leitplanken für das internationale Finanzkapital." Der DGB-Chef forderte, Arbeitslosigkeit mit einem öffentlichen Beschäftigungssektor zu bekampfen. Schneider: "Dafür ist Geld da."

Die Globalisierung und ihre Folgen seien keine Naturgewalt, sondern ein von Menschen gemachter und geleiteter Prozess, der verändert und zum Besseren gestaltet werden könne, sagte Horst-Werner Maier-Hunke. "Unser Ziel als Christen muss es dabei immer sein, dass nicht nur wir Deutschen, sondern so viele Menschen wie möglich von der Globalisierung profitieren", forderte der Arbeitgeberpräsident. Maier-Hunke zeigte sich überzeugt, dass Deutschland auch künftig im Prozess der Globalisierung alle Chancen habe, wenn man gemeinsam mehr in die Bildung, Forschung und größere Flexibilisierung der Betriebe und des Arbeitsmarktes investiere. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise räumte der Arbeitgeberpräsident "gravierende Fehlentwicklungen" ein. Stark risikobehaftete Finanzprodukte gehörten "verboten". Bu

 

Stumme Zeugen der Reformation

Sie nahmen an der symbolischen Grundsteinlegung in der Gladbecker Markuskirche teil (v.l.): Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland, Dr. Martin Grimm, Beiratsvorsitzender des Luther Forums, NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther und NRW-Städtebauminister Oliver Wittke. Foto: Bugzel

Gladbeck - Sie ist hoch, über zwei Meter. Sie ist schwer, über eine Tonne. Sie ist in Teilen alt, über 500 Jahre. Unter dem Motto "Luther kommt" wurde im Rahmen eines Festaktes in der Gladbecker Markuskirche bei der symbolischen Grundsteinlegung des Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) eine Säule enthüllt. Sie verbindet die Lutherstätten mit Gladbeck als Ausdruck dafür, dass sich das MLFR dem reformatorischen Erbe verpflichtet fühlt. Die Grundsteinlegung wurde von NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther, Schirmherrin des Projekts und NRW-Städtebauminister Oliver Wittke vorgenommen.

Die Säule besteht aus zwei spätmittelalterlichen Säulensteinen der alten Bibliothek des Augustinerordens Erfurt und einem modernen Mittelteil aus Stahl und Glas. Luther lebte mit kurzen Unterbrechungen von 1501 bis 1511 in Erfurt, zunächst als Student, später als Mönch im Augustinerorden.

Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Steine Luther hätten vorüber schreiten sehen. Sie seien stumme Zeugen der Reformation, sagte Pfarrer Olaf Uebelgünn vom Vorstand des MLFR. Er dankte im Namen des Forums Jochen Seeber, Vorsitzender des MLFR-Fördervereins, der die Steine in Erfurt entdeckt und auf dessen Initiative sie durch Lothar Schmelz, Kurator des Augustinerordens, dem Forum zur Verfügung gestellt wurden. "Diese Steine sind für uns nicht nur eine Verbindung zur Lutherstadt Erfurt, sondern sie bringen auch einen kleinen Teil aus Luthers Leben ins Martin Luther Forum nach Gladbeck", freute sich Uebelgünn. Alt treffe neu, Reformation treffe die Region Ruhr.

"Ich bin sehr erfreut, dass in meiner Heimatregion ein solches Projekt verwirklicht wird", sagte NRW-Städtebauminister Oliver Wittke in seinem Grußwort. Der ehemalige Oberbürgermeister Gelsenkirchens unterstrich, dass es eine "gute Entscheidung" gewesen sei, das MLFR in der im Mai 2008 geschlossenen Markuskirche einzurichten.

Das MLFR werde ein bedeutender Beitrag Gladbecks zur Kulturhauptstadtprojekt RUHR.2010, war Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland überzeugt. "Herzlich willkommen in Gladbeck, der jüngsten Lutherstadt Deutschland", sagte das Stadtoberhaupt unter dem Beifall der Gäste.

Auch die Schirmherrin des MLFR freute sich, an der Grundsteinlegung teilzunehmen. Sie sei zum ersten Mal in der Markuskirche, räumte Regina van Dinther ein, die von der schlichten und ansprechenden Architektur des ehemaligen Gotteshauses sichtlich angetan war. "Das Martin Luther Forum Ruhr ist ein echter Glücksfall für Gladbeck und die ganze Region", betonte die Landtagspräsidentin nach der mit viel Applaus bedachten Enthüllung der Luther-Säule. Bu

 

Ehrung - Freeman of the borough

Zur Ehrung gratulierte auch Father Dan Wright (l.) Pfarrer i.R. Wolf-Dietrich Rienäcker. Foto: privat

Dorsten/Newtownabby - "Ich bin sehr glücklich, stolz und dankbar, dass Sie mir, meiner Familie und uns allen diese große Ehre haben zuteil werden lassen." Mit diesen Worten beendete Pfarrer i.R. Wolf-Dietrich Rienäcker seinen Toast vor dem Rat der nordirischen Stadt Newtownabby und erhob sein Glas auf das Wohl des Stadtrates, der Menschen im Bezirk und der rund 120 geladenen Gäste.

Der ehemalige Pfarrer der Gemeinde Holsterhausen an der Lippe in Dorsten war soeben mit dem Titel "Freeman of the borough" durch Dorstens Partnerstadt ausgezeichnet worden. Der höchsten Ehre, die der Rat einer Stadt in Großbritannien und Nordirland einem Bürger verleihen kann. Rienäcker war nicht nur der erste Deutsche, sondern der erste Ausländer überhaupt, dem diese Ehre für seine Verdienste um die Gemeinde- und Städtepartnerschaft verliehen wurde.

Der langjährige Vorsitzende des Freundeskreises Newtownabby hatte seit den 70er Jahren nicht nur die Freundschaft zwischen Nordiren und Dorstenern gepflegt, sondern auch durch unzählige Begegnungen zwischen Protestanten und Katholiken über Jahrzehnte hinweg versucht, im nordirischen Konflikt mit kleinen Schritten Aufklärungs- und Versöhnungsarbeit zu leisten.

In seiner Ansprache ging auch Dorstens Bürgermeister Lambert Lütkenhorst auf die Ehre ein, die mit dem hohen Titel verbunden ist. Er stellte vor allem das langjährige bürgerschaftliche Engagement Rienäckers heraus, der sich durch seinen unermüdlichen Einsatz um Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit zwischen allen Menschen und über alle Konfessionsgrenzen hinweg herausragende Verdienste um die Städtepartnerstadt erworden habe.

Pfarrer Rienäcker rief abschließend dazu auf, in dem Bemühen um Frieden und Versöhnung nicht nachzulassen. "Einander zu begegnen, von einander zu lernen und miteinander zu wachsen ist nicht immer leicht, aber es ist notwendig." Bu

 

Martinskirche: Turm erfolgreich saniert

Architekt Christoph Harder, Pfarrerin Karin Daniel und Baukirchmeister Ingo Söhngen (v.l.) freuen sich über die erfolgreiche Sanierung des Kirchturms. Foto: Bugzel

Bottrop - Und dann war da noch das Brautpaar, das durch das ganze Ruhrgebiet fuhr, um sich die schönste Hochzeitskirche auszusuchen. Die Wahl fiel auf die Bottroper Martinskirche. Doch am schönsten Tag im Leben der Braut war die Enttäuschung groß. Der Kirchturm präsentierte sich verhüllt, nicht gerade ein fotogener Hintergrund für das obligatorische Hochzeitsbild.

"Wir haben den Brautpaaren nicht immer nur Freude gemacht", musste jetzt auch Pfarrerin Karin Daniel einräumen. Auch das Verstummen der Glocken fiel in der Gemeinde unangenehm auf. Man habe es mit Geläut vom Tonband versucht, berichtete die Vorsitzende des Bezirksausschussen Mitte. Beim Versuch blieb es dann aber auch.

Alles Vergangenheit. Seit kurzen ist das Gerüst am Turm der Martinskirche abgebaut, das Gotteshaus kann sich wieder sehen lassen. Mit neuen Fugen und saniertem Turm, der wohl auch in den nächsten 30 Jahren Wind und Wetter trotzen kann, wie Architekt Christoph Harder versicherte. Anfang Juni begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten. Sämtliche Fugen mussten ausgekratzt und und neu verfüllt, die Regenabläufe saniert und erneuert werden.

Man habe zügig gearbeitet und die Sache "kostenorientiert" zu Ende gebracht, freute sich Baukirchmeister Ingo Söhngen. Mit 103.000 Euro schlug das Gesamtpaket zu Buche, "damit haben wir den Kostenrahmen eingehalten", so Söhngen, der allen beteiligten Firmen seinen Dank aussprach. "Die Zusammenarbeit hat richtig Spaß gemacht." Zwei Drittel der Kosten konnten Spenden aus der Gemeinde decken. "Daran kann man sehen, wie sehr sich die Menschen ihrer Kirche verbunden fühlen", sagte Söhngen.

Zum 1. Advent sollen die Glocken der Martinskirche dann wieder zu Gebet und Gottesdienst einladen und im nächsten Jahr kann die Gemeinde in der sanierten Kirche das 125-jährige Bestehen ihres Gotteshauses feiern. Bu

 

Einer sozial engagierten Kirche verpflichtet

Seit 30 Jahren im Pfarrdienst: Pfarrer Johannes Schildmann. Foto: privat

Kirchenkreis - Auf sein 30-jähriges Dienstjubiläum im Evangelischen Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten blickt in diesen Tagen Pfarrer Johannes Schildmann zurück. Für Superintendent Detlef Mucks-Büker Anlass genug, dem jetzigen Diakoniepfarrer und Vorstand des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten in einem Brief seine herzlichen Glückwünsche zum Jubiläum und seinen Dank für sein 30-jähriges Engagement in der Seelsorge, Verkündigung und Leitung auszusprechen.

Johannes Schildmann stammt aus Bielefeld-Bethel und wurde schon in seiner Jugend durch die diakonische Arbeit geprägt. Nach dem Studium der Theologie und Sozialpädagogik gründete der heute 58-Jährige gemeinsam mit Pfarrer Bernward Wolff und dem bereits verstorbenen Pfarrer Michael Schibilsky in der Martinskirche Bottrop ein Teampfarramt. Ihm lag der Gedanke zugrunde, dass der Pfarrer nicht nur als "Einzelkämpfer" die Gemeinde bestimmt, sondern im Team mit anderen ehren- und hauptamtlichen Kräften wirkt.

In der Folgezeit war der Jubilar maßgeblich an der Entwicklung der Familiengottesdienste in der Martinskirche beteiligt, initiierte als Stadtjugendpfarrer die Evangelische Jugendeinrichtung cAsA und die OT-Eigen, pflegte intensive ökumenische Kontakte zur katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth und baute später die Familienarbeit mit den bis heute bestehenden Kurz- und Kleingottesdiensten auf.

Auf Stadtebene übernahm Schildmann von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre die Verantwortung als Vorsitzender des Verbandes Evangelischer Kirchengemeinden Bottrop. Sein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung der diakonischen Arbeit. In diese Zeit fiel der Aufbau des Migrationszentrums El Ele, der Schuldnerberatung, der Evangelischen Sozialberatung (ESB), der Seniorenberatung, der Diakoniestation und der Flüchtlingsarbeit. Darüber hinaus arbeitet der Bottroper Seelsorger seit vielen Jahren als Lehrbeauftragter und Dozent in der Theologenausbildung sowie an der Fachhochschule für Diakonie in Bielefeld und Bochum.

Seit 1998 leitet Schildmann gemeinsam mit Karl-Heinz Kinne als Vorstand die Geschicke des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten. In dieser Zeit ist das Diakonische Werk stetig gewachsen. Heute ist die Diakonie mit über 1000 Mitarbeitenden der drittgrößte Arbeitgeber in Bottrop. Der Aufbau von miteinander vernetzten Hilfeangebote in der Senioren-, Behinderten- und Jugendhilfe, in ambulanten, teilstationären und stationären Formen ist ihm ein besonderes Anliegen. Die Weiterentwicklung eines diakonischen Profils für die Tätigkeitsfelder der Diakonie liegt Schildmann besonders am Herzen: "Es soll Diakonie drin sein, wo Diakonie drauf steht!"

Auch in vielen städtischen und überregionalen Gremien engagiert sich Johannes Schildmann zugunsten von Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Pfarrer Johannes Schildmann ist einer sozial engagierten Kirche und einer kirchlich eingebundenen Diakonie verpflichtet. Dies hat er in den 30 Jahren seines Dienstes in Kirche und Diakonie versucht, umzusetzen. In Anerkennung seiner Verdienste um die soziale Arbeit wurde ihm bereits 1996 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Bu

 Neue Krankenhausseelsorgerin

Pfarrerin Claudia Göke hat ihren Dienst als neue Krankenhausseelsorgerin am Knappschaftskrankenhaus Bottrop angetreten. Foto: Bugzel

Bottrop - Mit einem festlichen Gottesdienst wurde Pfarrerin Claudia Göke von Superintendent Detlef Mucks-Büker in ihre neue Aufgabe in der Krankenhausseelsorge am Knappschaftskrankenhaus Bottrop eingeführt.

"Viele, die heute hier sind, freuen sich mit uns", sagte Mucks-Büker eingangs des Gottesdienstes. Der Superintendent verwies in seiner Ansprache auf den Auftrag der Krankenhausseelsorge:"Menschen in besonderen Krisen- und Grenzsituationen begleiten und beistehen und sie an die begeisternde und tröstende Kraft des Evangeliums erinnern."

"Was ist das Leben?" fragte Pfarrerin Göke in ihrer Einführungspredigt mit Blick auf die aktuelle Jahreslosung 2008 aus der Bibel "Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben". Oft habe sie in ihrem neuen Dienst erlebt, dass sich Patienten vom Leben ebgeschnitten fühlten. "Das Leben wird auf das Bett und den Nachtisch reduziert und von außen durch Ärtze und Pfleger bestimmt."

Das Leben, so Pfarrerin Göke, verliere angesichts der Bedeutung der Gesundheit deutlich an Wert. "Heißt das aber, dass nur der gesunde Mensch das Leben hat?" Die neue Krankenhausseelsorgerin forderte dazu auf, immer wieder neu nach dem zu fragen, was Leben ist und Einspruch zu erheben, wo Leben fremdbestimmt wird. "Leben ist mehr als Gesundheit, Schönheit, Fitness und Arbeit", war sich Claudia Göke sicher. "Leben ist der Anbruch der Ewigkeit."

Claudia Göke wurde 1966 in Neustadt a.d. Aisch in Mittelfranken geboren. Nach ihrem Studium in Erlangen und Bochum ging sie als Vikarin nach Bielefeld und Dortmund. Im April 1998 nahm sie ihren Dienst in der Gemeinde Bottrop-Eigen auf und war später auch an der Martinskirche tätig. Daneben unterrichtete sie Religion an zwei Gymnasien in Bottrop und Gladbeck.

Die neue Krankenhausseelsorgerin hat neben den Krankenbesuchen auf den Stationen auch in der Reha einen Arbeitsschwerpunkt, um dort in Absprache mit den Mitarbeitenden regelmäßige Gruppenangebote zu entwickeln und durchzuführen. Bu

 
50 Jahre Ruhrsuperintendenten-Konferenz

Sie stellten die inhaltliche Arbeit der Ruhrsuperintenden-Konferenz vor (v.l.): Superintendent Irmenfried Mundt, Essen, Pfarrer Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der EKvW und Superintendent Detlef Mucks-Büker, Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Foto: Bugzel

Kirchenkreis/Oberhausen - 1958. Schalke wird zum ersten (und einzigen Mal?) deutscher Fußballmeister. Katholische Christen gründen das Ruhrbistum. Nicht zuletzt als Evangelische Antwort darauf gründen Dortmunder und Essener Superintendenten die Konferenz der Ruhrgebiets-Superintendenten, kurz RSK. Ein zunächst eher loses Treffen über die Fragen des kirchlichen Aufbaus im Ruhrkohlengebiet. Damit war das "Samenkorn" der späteren Ruhrsuperintendenten-Konferenz gelegt.

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der RSK im ökumenischen Zentrum der Neuen Mitte Oberhausen gossen die leitenden Geistlichen der beteiligten Ruhrgebietskirchenkreise ihre Zusammenarbeit jetzt in eine feste Form. Sie unterzeichneten eine Vereinbarung, die die weitere Kooperation regelt. Die RSK versteht sich als Stimme der 19 westfälischen und rheinischen Kirchenkreise mit 1,8 Millionen Protestanten zwischen Wesel und Unna.

Als Evangelische Kirche wolle man sich künftig stärker in öffentliche Debatten einbringen, kündigte Superintendent Detlef Mucks-Büker als Moderator der Runde an. Etwa dann, wenn es um den Schutz des Sonntags geht. Die RSK will für lokale Zeitpakte mit dem Handel werben. Dieser solle sich auf freiwilliger Basis verpflichten, Geschäfte werktags nur bis 18.30 Uhr, samstags bis 14 Uhr und sonntags gar nicht zu öffenen. Bedingt durch die seit 2006 geltenden längeren Ladenöffnungszeiten sehe man nicht nur Nachteile für die Familien, sondern befürchte auch einen Rückgang des bürgerschaftlichen Engagements und der Gemeinschaftsaktiviäten. Die angekündigte Konsumfreiheit bedeute in Wirklichkeit ein Verlust an Lebensqualität, so der Essener Superintendent Irmenfried Mundt. Der 58-jährige Theologe aus Essen-Werden wurde auf der Tagung in Oberhausen zum neuen Co-Moderator der RSK gewählt.

Im internen Sitzungsteil der Konferenz befassten sich die Ruhrsuperintendenten darüber hinaus mit Projekten zum Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 und gaben ein jeweils individuelles "Versprechen für Europa" ab. Gemeinsam will die RSK das Projekt "Platz des europäischen Versprechens" in Bochum unterstützen. Zum Pfingstfest 2009 sollen in den Kirchenkreisen des Ruhrgebiets Gottesdienste und Predigten zum Thema Europa stattfinden, kündigte Mucks-Büker an. Analog zu der bekannten "Aktion Stolpersteine" will man in den Kirchenkreisen kirchentouristische Routen bekannt machen.

Kontrovers diskutiert wurde auf der Tagung über die aktuellen Kraftwerksneubauten im Revier. In seinem Grundsatzreferat zum Thema "Klimawandel" plädierte Pfarrer Klaus Breyer für ein "Klima der Gerechtigkeit". Der Umweltbeauftragte der westfälischen Landeskirche forderte einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Klima- und Umweltpolitik. Breyer lehnte den Bau weiterer Kohlekraftwerke ab und forderte ein Moratorium mit dem Ziel, Zeit für eine neue Klimaschutzstrategie zu gewinnen. Bu

 
Endlich wieder zu Hause

Mit einem Festgottesdienst feierte die Evangelische Kirche Bottrop-Fuhlenbrock die Wiedereröffnung ihres neu gestalteten Kirchsaals im Martin-Niemöller-Haus. Foto: Bugzel

Bottrop - Mit einem festlichen Gottesdienst feierte die Evangelische Kirche Bottrop-Fuhlenbrock jetzt die Wiedereröffnung ihres Kirchsaals im Martin-Niemöller-Haus. Der Kirchsaal wurde in einer viermonatigen Umbauphase komplett neu gestaltet, da in Kürze der Gemeindekindergarten ins Niemöller-Haus umzieht.

Zu Beginn des Gottesdienstes gratulierte Superintendent Detlef Mucks-Büker der Gemeinde zu dem besonderen Ereignis. In einer Zeit, in der Kirchen allenthalben schließen müssten, sei die Wiedereröffnung des Kirchsaals ein großes Geschenk, sagte Mucks-Büker.

"Dieser Raum erstrahlt heute in ungeahntem Glanz" freute sich der Superintendent. "Füllen Sie diesen Raum mit Leben, singen Sie kraftvolle Lieder des Glaubens, hören Sie das Spiel der Orgel und spüren die Kraft dieses spirituellen Raums", forderte Mucks-Büker die Gottesdienstgemeinde auf. "Leben Sie diesen Raum als heiligen Raum, in dem die Seele ein Zuhause findet."

Der neue Kirchsaal soll künftig nicht nur für Gottesdienste, Andachten, den Konfirmandenunterricht, Feste und Feiern, sondern auch multifunktional von den Kindergartenkindern als Raum für Spiel und Bewegung genutzt werden. Die künstlerische Umgestaltung hatte der Glaskünstler Oswald Krause-Rischard (Wetter/Ruhr) durchgeführt.

Der neue Kirchsaal erhielt einen durchweg weißen Anstrich, in der ebenfalls weiß gehaltenen Kassettendecke setzen goldene Streifen ästhetische Akzente. Der alte Teppichbochen wich einem Parkettfußboden, die farbig gestalteten Fenster aus bruchsicherem Glas, neue Beleuchtungskörper, bewegliche Prinzipalstücke und der neu gestaltete Altarraum genügen höchsten spirituellen und praktischen Ansprüchen. Bu

 
Luther Forum ist Kulturhauptstadtprojekt

Gladbeck - Das Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) ist auf der Programmkonferenz der RUHR.2010 GmbH als Kulturhauptstadtprojekt benannt worden. Es ist damit gesetzter Bestandteil des Programms der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Mitte Oktober 2007 hatte das MLFR seine Bewerbung bei der RUHR.2010 GmbH eingereicht. Unterstützt wurde diese insbesondere vom Evangelischen Kulturbüro RUHR.2010.

Als Ankerpunkt in der Region und als herausragendes Projekt im Emscher-Lippe-Raum wird das MLFR im Jahr der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 - und darüber hinaus - seinen Beitrag leisten, um die Vision mit Leben zu füllen, aus der regionalen Gemeinschaft von 53 Städten eine Metropole neuen Stils zu bilden, hießt es in einer Mittleilung des MLFR.

Im Jahr 2010 wird die Region Ruhr mit Essen als Mittelpunkt im Blickpunkt Europas stehen. Mit dem Veranstaltungsprogramm der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 werden die 53 Gemeinden der Region Ruhr erfahrbar werden.

Zum Ereignis RUHR.2010 gehöre die Vergewisserung der eigenen Geschichte als tragende Dimension. Die Herausstellung des historischen Erbes sei eines der wesentlichen Aspekte der Idee der Kulturhauptstadt. Darum gehe es im MLFR - aus der Perspektive des Protestantismus. Der Fokus des Projekts liege auf einem anspruchsvollen Niveau geistiger Auseinandersetzung mit kulturgeschichtlichen Errungenschaften des Protestantismus, so das MLFR.

In der kreativen Auseinandersetzung mit der Wirkungsgeschichte der Reformation würden insbesondere auch die europäischen Bezüge zum Ruhrgbiet deutlich. Evangelisches Leben im Ruhrgebiet sei vielfach Migrations- und Integrationsgeschichte. Die Wurzeln des heutigen evanglischen Ruhrgebietes lägen in Europa. Der Protestantismus habe Europa ins Ruhrgebiet gebracht. Hier biete das MLFR eine hervorragende Gelegenheit, den Beitrag reformatorischen Lebens und Glaubens, Denkens und Handelns zur Entwicklung der Region Ruhr sichtbar und erfahrbar werden zu lassen, heißt es abschließend. Bu

 
Martin Luther Forum Ruhr macht Dampf

Pfarrer Olaf Uebelgünn ist neuer Projektleiter beim Martin Luther Forum Ruhr. Foto: Bugzel

Gladbeck - Das Martin Luther Forum Ruhe (MLFR) macht mächtig Dampf im Kessel. Nur ein Jahr nach der Gründung des offenen und bürgernahen Kulturzentrums hat das Forum die zum 11. Mai geschlossene Markuskirche in Gladbeck-Ost nun auch offiziell übernommen und mit mit Pfarrer Olaf Uebelgünn einen neuen hauptamtlichen Projektleiter gewinnen können.

Der 57-jährige Theologe ist im Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten kein Unbekannter. Er wurde in Hamm geboren und wohnt in Bochum, ist somit ein echtes Kind des Ruhrgebiets. Uebelgünn studierte Theologie, Pädagogik und Kunstgeschichte in Bielefeld, Bonn und Göttingen und war in den letzten Jahren als Religionspädagoge am Gladbecker Berufskolleg tätig. Der Theologe ist von der westfälischen Landeskirche für seine neue Aufgabe freigestellt worden, die Landeskirche finanziert die hauptamtliche Stelle beim MLFR.

Olaf Uebelgünn sieht sich in erster Linie als wissenschaftlicher Begleiter z.B. beim Aufbau der geplanten ständigen Ausstellung und vor allem als Moderator der vielfältigen, ehrenamtlichen Aktivitäten des Forums. Mit Blick auf den angepeilten Start des MLFR im Herbest 2009 gibt sich Uebelgünn betont optimistisch: "Wir gehen pünktlich an den Start!"

Die Übernahme der Markuskirche wirke für das MLFR und seine Mitstreiter indentitäts stiftend, erklärt Dr. Martin Grimm, Vorsitzender des MLFR-Beirats. In den kommenden Monaten soll das Gebäudeensemble saniert und umgebaut werden, kündigt Grimm an. Der heutige Kirchraum wird künftig als großer Saal für größere kulturelle und bildende Veranstaltungen dienen, der ehemalige Gemeindesaal steht in Zukunft als Mehrzweckraum zur Verfügung.

Von besonderer Bedeutung, so Grimm, sei der Seitentrakt, in dem sich heute die Küsterwohnung und weitere Gemeinderäume befinden. "Hier soll auf über 200 Quadratmetern eine ständige Ausstellung zum Thema "Reformation und Ruhrgebiet" ihren Platz finden", erklärt Dr. Grimm.

Das MLFR ist Mitte August letzten Jahres von privaten Initiatoren aus der Taufe gehoben worden, um ein offenes, unabhängiges und bürgernahes Kulturzentrum zu betreiben, eingebettet in Kirche und Gesellschaft und mit eigenständigem herausragendem kulturellem Beitrag zum Kulturhaupstadtjahr RUHR2010. Bu

 
Kreissynode diskutiert Globalisierung

Superintendent Detlef Mucks-Büker erläuerte den Prüfauftrag zur Fusion der Kirchenkreise. Foto: Bugzel

Dorsten - Der Evangelische Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten will sich in den von der westfälischen Landeskirche angestoßenen Dialogprozess für faire Bedingungen in der Globalisierung einsetzten. Inhaltlicher Schwerpunkt und Hauptthema der diesjährigen Kreissynode des Kirchenkreises in Dorsten war die so genannte Hauptvorlage der Landeskirche "Globalisierung gestalten". Das Impulspapier beschreibt die umfassenden Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftsverflechtungen und stellt ihnen die Funktionen des demokratischen Rechtsstaates gegenüber.

Die Synode forderte die Kirchengemeinden auf, auf Grundlage der Vorlage praktische Ideen und Projekte zu entwickeln sowie mit der Politik, der Wirtschaft, den Gewerkschaften, Schulen und anderen gesellschaftlichen Bereichen einen Dialog zum Thema zu führen. Für den Herbst 2008 wurde die Durchführung einer Veranstaltungsreihe zur theologischen und gesellschaftlichen Aktualität des so genannten Barmer Bekenntnisses von 1934 angekündigt, mit dem sich die Evangelische Kirche gegen den totalitären NS-Staat abgrenzte.

Zuvor erinnerte Superintendent Detlef Mucks-Büker in seinem Bericht vor den rund 110 Synodalen, Berufenen und Gästen an die Gemeindefusionen in Gladbeck und Bottrop sowie an die beim Neujahrsempfang des Kirchenkreises angestoßene Diskussion zu Kinderarmut und Bildungsungerechtigkeit. Mit Blick auf den aktuellen Bericht "Kinderarmut in Dorsten" und den Gladbecker Familienbericht stellte Mucks-Büker "alarmierende Fakten" fest. "Dass sich dazu die Schere zwischen Arm und Reich in unserem Land immer weiter öffnet, ist und bleibt ein Skandal, auf den wir als Evangelische Kirche mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aufmerksam machen werden."

Unter dem Motto "Kirche bewegt - neuen Wegen vertrauen" beschloss die Kreissynode mit großer Mehrheit einen Prüfauftrag zur Vereinigung der beiden Nachbarkirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen. Beide Kirchenkreise seien durch eine lange gemeinsame Vorgeschichte verbunden und seien erst 1961 getrennte Wege gegangen, so Mucks-Büker.

Er warf die Frage auf, wie zukünftig ein lebens- und leistungsfähiger Kirchenkreis aussehen könnte - "als Kirche in einer Region". Der Superintendent zeigte sich überzeugt, dass eine Fusion jetzt geprüft werden müsse, um die Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeit für die Zukunft der kirchlichen Arbeit in der Region sicher zu stellen. Bedingt durch den demografischen Wandel und seine finanziellen Auswirkungen  - 1961 hatte der "Alt"-Kirchenkreis Recklinghausen ca. 240.000 Mitglieder, heute haben beide Kirchenkreise gemeinsam etwa 186.000 Mitglieder - würden beide Kirchenkreise allein zunehmend handlungsunfähiger werden.

2012 enden die Wahlperioden der beiden Superintendenten und der Kreissynoden - ein geeigneter Zeitpunkt für einen eventuellen Zusammenschluss. Als ersten Schritt in diese Richtung verabschiedete das Kirchenparlament eine gemeinsame Satzung für die Verwaltung beider Kirchenkreise.

Nach den Kirchenwahlen im Frühjahr 2008 waren zahlreiche Gremien des Kirchenkreises mit einer Reihe von Wahlen neu zu besetzen. Als Abgeordnete zur Landessynode wählten die Synodalen Pfarrer Ulrich Schulte, Bottrop, Gudrun Winkel, Dorsten und Dr. Peter Hardetert, Gladbeck. Superintendent Mucks-Büker gehört der Landessynode als geborenes Mitglied an. Mehrheitlich setzte sich die Kreissynode für die Einführung eines Umweltsonntages auf Kirchenkreisebene ein.

Im Bericht zur Finanzlage konnte Jörg Bistritz vom Finanzausschuss des Kirchenkreises nach den Krisenjahren 2005/2006 mit besseren Nachrichten aufwarten. Aufgrund der guten Konjunktur hätten die Kirchensteuereinnahmen für 2007 das Soll "beträchtlich übertroffen". Dadurch konnte der Kirchenkreis geplante Rücklagenentnahmen vermeiden, Rückstellungen für Altersteilzeit bilden und einen verbleibenden Überschuss der Ausgleichsrücklage zuführen. Auch die Kürzungen der Finanzzuweisungen an die Gemeinden fallen in den kommenden Jahren geringer als geplant aus. Auf Dauer, so Bistritz, müsse man wegen der Demografie, der Steuergesetzgebung und der Konjunktur von wieder sinkenden Kirchensteuereinnahmen ausgehen. Bu