16/03/2026 0 Kommentare
Ansprache zur Beauftragung
Ansprache zur Beauftragung
# Predigten Superintendent

Ansprache zur Beauftragung
Gnade sei mit euch…
„Wie geht Gottesdienst?“ So titelt die Wochenzeitung Unsere Kirche an diesem Wochenende (12/2026). Im Leitartikel geht es darum, was Menschen sich im Gottesdienst wünschen: Raum für mich und Gott, heilige Erfahrungen, kräftiges Singen.
Anke von Legat, die den Artikel geschrieben hat, beschreibt zwei Gottesdienste: Eine gotische Kirche, tolle Kirchenmusik, aber irgendwas fehlt. Zu wenig Ansprache, zu wenig Seelennahrung. Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: Die Kirche ist ein nüchterner Zweckbau, ein Chor legt sich ins Zeug, in Gebeten und Predigt Themen, die zum Nachdenken anregen.
„Wie also sehen gute Gottesdienste aus? Sie sind kurz unklar, fragen nach Gott und dem, was in seiner Nachfolge zu tun ist und laden dazu ein, mitzudenken, mitzubeten und mitzusingen. Und sie werden getragen von allen, die mitfeiern im Namen Gottes.“
Lieber Jörg, liebe Gemeinde, da habt ihr euren Auftrag. Darum geht es. Kurz und klar, nach Gott fragen und danach, was heute unser Einsatz als Christinnen und Christen sein kann. Einladen zum Mitdenken, zum Mitbeten und zum Mitsingen.
Heute beauftragen wir Jörg Lojewski mit dem Dienst an Wort und Sakrament in unserer Kirche. Es ist nämlich ein Auftrag, den du heute übernimmst. Er ist dir nicht fremd, weil du schon oft gepredigt hast, meistens in der Lutherischen Gebetsgemeinschaft. Er ist dir nicht fremd, weil du ein gottesfürchtiger Mann bist, der sich zeitlebens aktiv in die Gemeinde eingebracht hat.
Vor einigen Jahren hast du dich entschieden, die formelle Beauftragung anzustreben. Ermutigt von Schwestern und Brüdern in der Gemeinschaft – und auch, weil sich die Gebetsgemeinschaft als Teil unserer Evangelischen Kirche von Westfalen versteht und wir eine gemeinsame Idee vom Amt haben. Es ist gut, wenn Taufe und Abendmahl von denen geleitet werden, die dazu berufen sind.
Die Menschen in der Gemeinde wollen und sollen das Evangelium von dir hören, also die frohe Botschaft von der Liebe Gottes in Jesus Christus. Und die Menschen in der Gemeinde wollen und sollen aus deinen Händen empfangen, was Jesus Christus selbst schenkt: die Taufe und das Abendmahl.
Für deinen Dienst als Prädikant heißt das: Da wo du deinen Dienst tust, da ist die heilige, christliche Kirche. Das weist über diese Kirchengemeinde hinaus. Weil dieser Dienst in der Mitte der Kirche steht, ja, weil die Kirche mit diesem Dienst steht und fällt.
In der Prädikantenausbildung hast du manches neue gelernt und alles kritisch geprüft. Du hast einen neuen Tonfall eingeübt und auch die landeskirchlichen Formen nochmal neu kennengelernt. Das hat dich erschüttert – und bereichert. In Dietmar Chudaska hast du einen Mentor gefunden und hier in St. Stephani eine Gemeinde, die dich dabei gerne begleitet hat.
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
Lieber Jörg, der Wochenspruch (Joh 12,24) für diesen Sonntag erinnert uns an die Gottes heilige Bewegung. Sterben und Leben gehören zusammen. Trauer und Freude gehören zusammen. Anspruch und Zuspruch gehören zusammen. Gesetz und Evangelium gehören zusammen. Frage nach Gott – und danach, was in der Nachfolge Jesu heute zu tun ist. Lade die Gemeinde ein zum Mitdenken, Mitbeten und Mitsingen.
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
Im Namen des Kirchenkreises und der Kirche Jesu Christi, aber auch ganz persönlich, lieber Jörg, danke ich dir. Danke, dass du den Mut hast, dich in den Dienst nehmen zu lassen. Dass du den Weg, mit Gott weitergehst und dir selbst diesen Dienst auch zumutest (da steckt auch der Mut drin). Ich wünsche mir, dass in deinem Dienst die Verbindung von unterschiedlichen Gemeinden, von Gebetsgemeinschaft und Landeskirche, gestärkt wird.
Liebe Gemeinde, zum Dienst an Wort und Sakrament gehören immer wir alle: Es ist ein Mit-Feiern, ein Mit-Beten, ein Mit-Singen. Der Gottesdienst wird getragen von allen, die mitfeiern im Namen Gottes. Lasst euch von Jörg Lojewski dazu einladen.
Am Anfang deines Dienstes an Wort und Sakrament stehen jetzt, und so soll es in der Kirche Christi immer sein, Gebet und Segen. Wir alle tragen dich im Gebet und Gott rüstet dich aus und segnet dich. Amen.
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