21/06/2026 0 Kommentare
Ansprache zur Grundsteinlegung
Ansprache zur Grundsteinlegung
# Predigten Superintendent

Ansprache zur Grundsteinlegung
Eine Immobilie zeichnet sich, dem Namen nach, vor allem dadurch aus, dass sie unbeweglich ist. Wer einen Grundstein gelegt hat, kann sein Haus nicht einfach beim nächsten Umzug mitnehmen. Wer eine Immobilie baut, der legt sich fest, für viele Jahre, auf einen Standort. Die Bibelstellen sagen das ja auch: Damit du lange Freude an deinem Haus hast, sei beim Fundament besonders sorgfältig. Und wenn Jesus der Grund ist, auf dem wir bauen – übrigens nicht nur die Gebäude, sondern die ganze Kirche –, dann legen wir uns damit auch fest. Das ist unser Fundament, damit wollen wir sorgfältig umgehen.
Ein Kind zeichnet sich, nicht dem Namen, aber meiner Erfahrung nach, vor allem dadurch aus, dass es beweglich ist. Wo Kinder sind, ist selten Ruhe, sondern meistens viel los. Sie rennen und springen, krabbeln und wälzen sich, sie fahren mit Rutscheautos und Dreiräder durch den Flure und den Garten. Jesus, der das Fundament ist, sagt: Wenn ihr, die Großen, nicht werdet wie die Kinder, dann wird es nichts mit dem Himmelreich. Wir sollen also beweglich werden, spielerisch leben, voll Vertrauen zu Gott und zu den Menschen.
Beide – die unbewegliche Immobilie und die beweglichen Menschen – sind aufeinander gewiesen. Wir Menschen brauchen gute Orte: Ein Dach über dem Kopf zum Schutz vor Regen – und Wärme! Feste Türen, damit wir sicher sind. Waschräume und Gruppenräume und Rückzugsräume – und natürlich eine Küche, damit Gott uns den Tisch decken kann.
Und unbewegliche Immobilie, die braucht uns Menschen. Dieses Haus braucht besonders die Kinder, die hier in die Kita gehen werden. Denn was wäre ein Haus, ohne dass Menschen darin leben? Nichts als ein Haufen schön aufeinandergebauter Steine.
Wenn wir heute neue Räume für Kinder schaffen, dann ist das auch ein Gottesdienst: Als Kirche – und damit meine ich sowohl die Ev. Kirchengemeinde, die diese Kita betreiben wird, als auch das Diakonische Werk als Bauherrin – setzen wir uns ein für gute Orte für Kinder. Eine evangelische Kita ist eine Hilfe zum Leben für Kinder und für die ganze Familie, sie ist ein diakonischer Ort. Eine evangelische Kita ist ein Ort, wo Kinder das Leben und den Glauben entdecken können, sie ist ein gemeindlicher Ort.
Und so bin ich mit ganz schön viel Stolz heute Vormittag hierhergekommen. Wie gut wir zusammenarbeiten, um für die Menschen unserer Stadt und insbesondere die Kinder unsere Kräfte zu bündeln. Ich bringe die herzlichen Grüße aus der Gesellschafterversammlung des Diakonischen Werkes und aus dem ganzen evangelischen Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten mit.
Am Ende entdecken wir in diesem Gegensatz zwischen unbeweglich und beweglich etwas von Gott. Die Bibel sagt: Gott war und ist kommt, Gott ist immer derselbe, vom Anfang bis zum Ende der Zeit. Gott ist der Grund von allem, das sichere Fundament. Und die Bibel sagt auch: Gott ist nicht nur Fundament, sondern auch das Leben in allem. Gott macht Sonnenschein und Regen, Saat und Ernte, Jahr um Jahr. Gott macht Bäume und Blumen, der schönen Gärten Zier. Gott ruft Menschen in den Dienst der Nächstenliebe. Gott liebt Kinder! Gott ist eine verspielte Schöpferin, die macht alles neu, damals und heute immer noch.
Darauf kannst du dich verlassen – das ist das Fundament. Davon kannst du dich überraschen lassen – das ist das Leben. Amen.
Kommentare