28/06/2026 0 Kommentare
Einführung von Pfr.in Annika Landt
Einführung von Pfr.in Annika Landt
# Predigten Superintendent

Einführung von Pfr.in Annika Landt
Mein Herze geht in Sprüngen
und kann nicht traurig sein,
ist voller Freud und Singen,
sieht lauter Sonnenschein.
Die Sonne, die mir lachet,
ist mein Herr Jesu Christ;
das, was mich singen machet,
ist, was im Himmel ist.
Liebe Annika, liebe Gemeinde!
Ein Vers aus dem Lied „Ist Gott für mich, so trete“ (eg 351,13) steht am Anfang, an diesem sonnigen und warmen Sommertag. Wir führen dich ein in den Probedienst und heißen dich willkommen in der Evangelischen Kirche von Westfalen mit mindestens so viel Strahlen und Wärme, wie die Sonne uns heute schenkt. Gut, dass du da bist!
Unser Beruf ist dir nicht in die Wiege gelegt – du hast dich für die Kirche entschieden, hast als Konfirmandin ganz bewusst Ja gesagt zum Glauben, zu Gott und zu dieser Gemeinschaft, die wir Kirchen nennen. Du hast als Teamerin weitergemacht, Vorbilder gefunden auch für deine Berufswahl. Mit 16 war dir klar: Pfarrerin will ich werden.
Du hast in Marburg, Göttingen und Berlin Theologie studiert. In Istanbul hast du dich mit islamischer Theologie beschäftigt. Dein Vikariat führte dich nach Südniedersachsen. Das war mitten in der Pandemie – und danach hast du erstmal eine Pause von der Kirche gemacht. Seit dem 1. Mai bist du nun Pfarrerin, hier bei uns in Bottrop mit dem Schwerpunkt in der Region um die Pauluskirche. Und du kamst genau zur richtigen Zeit. Der Wochenspruch für heute steht im Galaterbrief (6,2):
Einer trage des andern Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Als wir uns kennengelernt haben, habe ich dir direkt gesagt, dass es sein kann, dass du in der Gemeinde auch eine Last wirst tragen müssen. Weil Pfarrer Martin Rödel im Sterben lag, damals. Eine trauernde Gemeinde, trauernde Kollegen zu begleiten, das ist eine Last. Wie gut, dass du sie mitträgst, dass du manches auch erträgst. Dass du da bist und dableibst. Trauer ist, wie Trauer ist. Sie braucht Zeit.
Gleichzeitig: Du bist hier nicht allein auf weiter Flur. Es gibt ein Team in der Bottroper Gemeinde, es gibt ein Team hier in der Region um die Pauluskirche. Es gibt Pfarrerinnen und Pfarrer und viele haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende. Ihr helft einander, das Gesetz Christi zu erfüllen: Gott zu ehren und den Menschen zu dienen.
Das Alleinsein gehört zu unserem Beruf dazu. Wir sind oft allein unterwegs, bei Besuchen, in der Seelsorge, auf dem Friedhof, im Gottesdienst. Für unsere Predigten sind wir allein verantwortlich. Deshalb sind wir immer an die Gemeinschaft im Pfarramt gewiesen. Wir brauchen einander: den Austausch und das Lob, die Freundschaft, die Mahnung auch, vor allem die Fürbitte.
Einer trage des andern Last,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Das gilt für den Dienst in der Kirche wie für das Leben: „Keiner trägt nur immer andere, keiner ist nur immer Last. Jedem wurde schon geholfen, jeder hat schon angefasst.“ (Manfred Siebald: Gut, dass wir einander haben)
Das ist dein Auftrag als Pfarrerin: Trage mit an den Lasten und Aufgaben der Menschen, hilf mit, dass wir in der Kirche das Gesetz Christi erfüllen. Bring dich ein, Annika, mit dem, was du von Gott an Gaben bekommen hast und mit allem, was du auf deiner Lebensreise gelernt hast.
Pfarrerin sein, das heißt auch: Geben mit leeren Händen. Was Gott verspricht, das können wir nicht einlösen. Du bist im allerhöchsten Maße immer wieder selbst an Gott gewiesen. Also erinnere dich selbst und uns alle immer wieder daran, dass es nicht unsere Kraft ist, die uns zur Kirche macht. Dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig ist. Dass das Himmelreich schon in uns ist. Und das Gott uns nicht ächzend unter Lasten sehen will, sondern so: vergnügt, erlöst, befreit.
Jetzt führen wir dich ein in den Dienst einer Pfarrerin in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Wir tun das so, wie die Kirche das schon von Anfang an gemacht hat: mit Gebet und Handauflegung. Du trägst nicht allein, sondern viele tragen mit. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Amen.
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