Rassismuskritik und Vielfalt

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Rassismuskritik und Vielfalt

Der Evangelische Kirchenkreis Gladbeck–Bottrop–Dorsten startet ein neues Projekt zur Stärkung von Vielfalt und Rassismuskritik. Anlass ist eine jetzt veröffentlichte Stellenausschreibung: Gesucht wird eine Referentin oder ein Referent für Rassismuskritik und Vielfalt. Mit der auf zwei Jahre angelegten Projektstelle will der Kirchenkreis Antworten auf eine zentrale Zukunftsfrage entwickeln: wie Kirche in einer pluralen und migrationsgeprägten Gesellschaft glaubwürdig und diskriminierungssensibel handeln kann. 

Hier geht es zur Stellenausschreibung.

„Mit der Ausschreibung eröffnen wir bewusst einen Raum für Lernen und Entwicklung“, sagt Superintendent Steffen Riesenberg. „Wir wollen uns als Kirchenkreis ehrlich mit unseren eigenen Strukturen auseinandersetzen und zugleich konkrete Schritte gehen, die Vielfalt sichtbar machen und stärken.“ 

Die Stelle ist als Pilotprojekt angelegt und soll über die Region hinaus Impulse geben. Ziel ist es, rassismuskritische Perspektiven stärker in der kirchlichen Praxis zu verankern, neue Formate zu erproben und die Erfahrungen so aufzubereiten, dass sie auch für die Landeskirche nutzbar werden. 

Zu den Aufgaben gehört es, Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche zu entwickeln, Gemeinden zu beraten und Modellprojekte anzustoßen – etwa in der Bildungsarbeit, in der interkulturellen Begegnung oder in der Arbeit mit jungen Menschen. Gleichzeitig soll die Projektstelle Netzwerke mit migrantischen Gemeinden, ökumenischen Partnern und zivilgesellschaftlichen Initiativen ausbauen.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Einsicht, dass Rassismus nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein kirchliches Thema ist. „Rassismuskritik ist für uns kein Zusatzthema, sondern gehört zum Kern unseres Auftrags“, so Riesenberg. „Die christliche Botschaft von der gleichen Würde aller Menschen fordert uns heraus, Strukturen zu verändern und Teilhabe zu ermöglichen.“ 

Das zugrunde liegende Konzept beschreibt die Projektstelle als Lern- und Entwicklungsort für den gesamten Kirchenkreis. In einer Aufbauphase werden zunächst Bedarfe erhoben und Netzwerke geknüpft, bevor in einer anschließenden Umsetzungsphase konkrete Angebote und Projekte entstehen. Am Ende sollen Materialien, erprobte Formate und Handlungsempfehlungen stehen, die auch anderen Kirchenkreisen zur Verfügung gestellt werden können. 

Die Stelle wird großzügig aus den Sondermitteln unterstützt, die die Landessynode jedes Jahr für ökumenische Arbeit in Westfalen und bei internationalen Partner*innen zur Verfügung stellt.

Die ausgeschriebene Stelle umfasst 19,5 Wochenstunden und ist zunächst auf 24 Monate befristet. Der Start ist für den 1. Oktober 2026 oder später vorgesehen, Bewerbungen sind bis zum 31. August 2026 möglich. Mit der Ausschreibung markiert der Kirchenkreis den Auftakt eines Vorhabens, das lokale Praxis mit einer weiterreichenden Perspektive verbindet. 

Hier geht es zur Stellenausschreibung.

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