20/05/2026 0 Kommentare
Wunderbar gemacht!
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Wunderbar gemacht!
Mit einem Besuch in Dorsten hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die bundesweite „Ehrentagswoche“ eröffnet. Die Reise durch Deutschland steht im Zeichen des Grundgesetzes und des ehrenamtlichen Engagements. In Dorsten führte sie den Bundespräsidenten zunächst zu mehreren Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern – und mündete am Abend in einen ökumenischen Gottesdienst in der St.-Agatha-Kirche.
Zuvor hatte Steinmeier gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Stolpersteine gereinigt und damit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Jüdischen Museum Westfalen eröffnete er eine Ausstellung über den Alltag von Menschen mit Behinderungen im Licht der Grundrechte. Auch im „Grundgesetzladen“ begegnete er jungen Menschen, die sich mit Demokratie und Heimat auseinandersetzen. Eine Menschenkette durch die Innenstadt setzte schließlich ein öffentlich sichtbares Zeichen für Zusammenhalt.
Den Abschluss bildete die ökumenische Andacht unter dem Motto „Würde verbindet uns“. Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Menschenwürde – und verband biblische Tradition, kirchliches Zeugnis und gesellschaftliche Verantwortung miteinander.
Schon zu Beginn wurde dieser Zusammenhang deutlich. In der Begrüßung hieß es, das Miteinander und der Respekt gegenüber allen Menschen entsprächen der christlichen Überzeugung, „so dass die Sorge umeinander und die Feier von lebendigen Gottesdiensten bei uns einen hohen Stellenwert haben“.
Im Zentrum des Gottesdienstes stand Psalm 139. Superintendent Steffen Riesenberg trug die bekannten Worte vor: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke“. Dieser Satz wurde zum Leitmotiv des gesamten Abends.
In seiner Kurzpredigt entfaltete Weihbischof Lohmann diesen Gedanken: „Du bist wunderbar gemacht. Ich bin wunderbar gemacht.“ Daraus folge eine klare Konsequenz: „Wer die Menschenwürde verletzt, handelt gegen Gott.“ Die Nähe zum ersten Artikel des Grundgesetzes wurde ausdrücklich benannt: Kirchen und Staat stünden gemeinsam dafür ein, dass „die Würde des Menschen unantastbar“ sei.
Zugleich blieb die Predigt nicht im Grundsätzlichen stehen. Sie erinnerte daran, dass dieses Versprechen immer wieder neu eingelöst werden müsse – angesichts von Ausgrenzung, Gewalt und Unrecht.
Ein starkes Zeichen setzten die Erstkommunionkinder der Gemeinde: Mit miteinander verbundenen bunten Tüchern bildeten sie einen Kreis – ein Bild für die Vielfalt der Menschen und ihre gemeinsame Würde. So wurde sichtbar, was zuvor gepredigt worden war.
Am Ende stand der Segen – gesprochen gemeinsam von evangelischer und katholischer Seite. „Möge die Straße uns zusammenführen“, hieß es in den Schlussworten. Ein Satz, der wie ein Echo auf den ganzen Tag wirkte: Begegnung, Verantwortung und gemeinsame Wege im Einsatz für die Würde des Menschen.
Auch der Bundespräsident knüpfte in seiner Ansprache an diese Linie an. Er würdigte das Engagement vor Ort und erinnerte daran: „Demokratie lebt nicht nur aus den Buchstaben einer Verfassung, sondern sie braucht Menschen, die sich für diese Demokratie einsetzen.“
Vor der Kirche wurde Bundespräsident Steinmeier von der Schützenkapelle Rhade mit Musik begrüßt, und wenig später stieg das Staatsoberhaupt winkend in die Limousine, die ihn zurück nach Berlin bringen sollte. Für die Mitwirkenden des Tages gab es vor der Kirche noch kalte Getränke und Currywurst – der Imbiss entging dem Bundespräsidenten.
BPA/SR
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