Einführung von OStR'in Annemarie Drabinski

Einführung von OStR'in Annemarie Drabinski

Einführung von OStR'in Annemarie Drabinski

# Predigten Superintendent

Einführung von OStR'in Annemarie Drabinski

Einführung von Oberstudienrätin Annemarie Drabinski
in das Amt der Bezirksbeauftragten für den evangelischen Religionsunterricht an den Berufskollegs in den Ev. Kirchenkreisen Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen

Kreuzkirche Hervest, 13. September 2026

Liebe Gemeinde, 
und ganz besonders, liebe Annemarie!

Spitzt eure Ohren, ich habe etwas zu sagen. Den Satz aus dem Psalm wirst du – so wie wohl die meisten Lehrerinnen und Lehrer, in dieser Form oder anders schon oft gesagt haben. Es ist keine einfache Aufgabe, am Berufskolleg Religionsunterricht zu gestalten. Junge Menschen haben viele Themen: Die erste Liebe, vielleicht das Coming-out, Stress mit den Eltern, Probleme bei der Arbeit, zu wenig Geld, der Abschied von manchem Lebenstraum…

Dabei sind das genau die Themen, um die es im Religionsunterricht eben auch geht: Was ist ein gutes Leben? Wie finde ich eine Haltung? Wie will ich mein Leben führen? Ich glaube, Religion ist auch deshalb so wichtig, weil die bloße Existenz des Faches den Blick dafür weitet, dass es mehr gibt als den Beruf, mehr als das Lernen für die Arbeit, mehr als den Erfolg.

Deshalb legen wir so großen Wert auf den Religionsunterricht. Nicht nur als wissenschaftlich-kritische Betrachtung, sondern als religiösen Erfahrungsraum. Religionsunterricht ist eben nicht religionsneutral. Und deshalb ist es so wichtig, die Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen. Mit Aus- und Fortbildungsangeboten, mit Rat und Tat, manchmal mit einem offenen Ohr.

Es ist ja nicht selbstverständlich, dass wir in einem Land leben, in dem das Grundgesetz diesen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach garantiert. Und in einem Land, in dem der Staat nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer bezahlt, sondern auch die kirchlichen Bezirksbeauftragten. Das Wahlergebnis vom letzten Wochenende zeigt, wie gefährdet dieses System ist.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit haben eine Gemeinsamkeit. Rassismus, Antisemitismus, häusliche Gewalt, Frauenfeindlichkeit, ja, jede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Soziale Medien, künstliche Intelligenz, Verschwörungserzählungen. Armut und Geschlechtergerechtigkeit. Migration und Integration.

Was ist die Gemeinsamkeit?

Bildung hilft.

Bildung ist wahrscheinlich die einzige gesellschaftliche Investition, die gleichzeitig wirtschaftliche, gesundheitliche, ökologische und demokratische Wirkungen entfaltet.

Um so wichtiger, dass wir Religion als Schulfach ernst nehmen. Manchmal höre ich, das sei ja ohnehin alles auf dem absteigenden Ast. Ich denke, wir sollten es als Kirche vielleicht sogar noch einmal neu ernst nehmen.

Danke, liebe Annemarie, dass du uns dabei mithelfen wirst. In deiner ersten Mail an die Lehrerinnen und Lehrer hast du geschrieben:

Gerne stelle ich mich und meine Arbeit persönlich vor, komme mit euch ins Gespräch und erfahre, welche Themen euch aktuell bewegen. Ebenso unterstütze ich euch gerne bei Fragen rund um den Religions-unterricht am Berufskolleg.

Interesse am Gegenüber und das Angebot, mitzutragen. Genau das sagen wir dir heute zu, mit dem Wochenspruch (1. Petrus 5,7) für die neue Woche:

Gott ist da. Alle eure Sorge werfe auf ihn; denn er sorgt für dich.

Amen.

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