13/09/2026 0 Kommentare
Entwidmung des Martin-Niemöller-Hauses
Entwidmung des Martin-Niemöller-Hauses
# Predigten Superintendent

Entwidmung des Martin-Niemöller-Hauses
Im April 1953 wurden hier der erste Spatenstich getan und der Grundstein gelegt. Die Kirchengemeinde Bottrop hatte das Grundstück hier im Fuhlenbrock gekauft um ein Pfarrhaus und einen Gemeindesaal zu bauen. Am 24. Januar 1954 wurde das Gebäude eingeweiht – Oberkirchenrat Dedeke aus Bielefeld leitete die Einweihung und Superintendent Geck aus Recklinghausen führte Pfarrer Hans Reitze in seine Pfarrstelle ein.
Mit der Kirchenwahl Anfang 1960 wurde die große Bottroper Kirchengemeinde dann aufgeteilt, und das Martin Niemöller-Haus wurde zur Heimat der Ev. Kirchengemeinde Bottrop-Fuhlenbrock.
Menschen im Fuhlenbrock erinnern sich an Gottesdienste und Taufen hier im Gemeindezentrum, an volles Haus an Heiligabend, an Trauerfeiern, Konfirmationen, an ein reges Leben von Gruppen und Kreisen, die sich hier getroffen haben. An erste Leseerlebnisse mit Büchern aus der Kinder- und Jugendbücherei. An traurige Tage auch, sicherlich denken viele heute an Pfarrerin Daniela Brienne, die 2002 nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben ist.
Im Jahr 2008, passend zur Wiedervereinigung der Kirchengemeinden, wurde der Kirchsaal neu gestaltet. Der Künstler Oswald Krause-Rischard hat Blattgold an der Decke angebracht und die Fenster neu gestaltet – in seinem ganz eigenen Stil. Jedes Fenster, jede Deckenplatte, so wie jeder Mensch in Gottes Augen: einzigartig. Nach seinen Entwürfen fertigte die Tischlerei Gollnow in Hagen die neuen Prinzipalstücke: Altar, Pult und Taufbecken. Und natürlich das neue Kreuz – ein das Licht, das Stein zerbricht.
Eine solche Kirche, ein solches Gemeindehaus ist voller Erinnerungen. Dieser Raum ist über 70 Jahre lang Teil der Gemeinschaft im Fuhlenbrock gewesen, ein Ort für Kinder, Jugendlichen und Erwachsene.
Und das wird es bleiben. Anders als bisher, nicht mehr als Kirche, also ein Ort, der dem Gottesdienst geweiht ist. Das ganze Haus wird in Zukunft hauptsächlich als Kita genutzt. Wie gut, dass wir das Gebäude erhalten und für die frühe Bildung unserer Kinder nutzen können. Und weil es ja eine evangelische Kita ist, wird hier auch weiter gesungen und gebetet und die Geschichten aus der Bibel werden weiter hier erzählt. Regelmäßige Angebote wie das Klön-Café oder Chorproben bleiben bestehen. Auch Altar, Pult und Taufbecken werden einen guten neuen Ort in der Gemeinde finden und weiter für den Zweck genutzt werden, für den sie gebaut wurden: um Gott zu ehren und den Menschen zu dienen.
Gott wird weiter hier sein, so, wie Jesus es gesagt hat: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Heute nehmen wir Abschied, wir bringen unsere Erinnerungen mit, und wir beten für diesen Ort und für die Gemeinde, die in die Zukunft aufbricht.
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