Kirchgolf in der gemeinsamen Pfarrkonferenz

Kirchgolf in der gemeinsamen Pfarrkonferenz

Kirchgolf in der gemeinsamen Pfarrkonferenz

# Predigten Superintendent

Kirchgolf in der gemeinsamen Pfarrkonferenz

Lesung aus dem Jakobusbrief (1,2–4).

Liebe gemeinsame Pfarrkonferenz!

Jesus und Moses spielen Golf am Toten Meer. An einer Bucht greift Jesus zum Eisen 3-Schläger, um den Ball über das Wasser zu schlagen. „Das wird nicht gehen mit dem Eisen 3!“, warnt ihn Moses. Jesus erwidert: „Das muss gehen. Das habe ich bei Tiger Woods gesehen!“ Natürlich fällt der Ball fällt ins Wasser. Seufzend teilt Moses das Meer, um ihn zu holen.
 Das wiederholt sich zweimal. Schließlich wird Moses sauer und schimpft: „Bin ich meschugge?Jetzt kannst du dir deinen Ball selbst wiederholen!“
Als Jesus übers Wasser wandelt, kommen ein paar Touristen vorbei. Sie schauen Jesus eine Zeit lang zu und fragen Moses: „Ist das nicht der Jesus?“
„Mag schon sein“, jammert Moses. „Aber er glaubt, er wär der Tiger Woods!“

Übers Golfen lässt sich gut lachen, und selig sind alle, die diesen Sport mögen und dennoch selbst auch über sich lachen können. Bei Freunden von uns hängt ein Schild an der Tür: „Here lives a Golfer. And a normal person.“ Hier lebt ein Golfer – und ein normaler Mensch.

Gerade in der Tradition des jüdischen Humors gibt es eine ganze Reihe Witze, die sich auf dem Golfplatz abspielen. Vielleicht kennt ihr die Geschichte, mit dem Rabbi, der am Sabbat auf den Golfplatz geht. Streng verboten, natürlich – man darf ja nicht arbeiten. Gott und die Engel sehen das, und die Engel sind außer sich. Gott, du musst ihn bestrafen, fordern sie. Gesagt getan. Beim ersten Abschlag fliegt der Ball in einer großen Kurve und landet genau im Loch. Hole in one, sagen die Golfer dazu – auf Anhieb eingelocht. Das erlebt man einmal im Leben, wenn überhaupt. Davon erzählt man seinen Enkeln, das feiert man mit dem ganzen Club. Die Engel verstehen das nicht. Du wolltest ihn doch bestrafen, nicht belohnen. Und Gott sagt: Naja, es ist Sabbat, wem soll er es denn erzählen?


In der jüdischen Tradition wird das noch anders erzählt, mit noch mehr Augenzwinkern und zum Selberdenken: Der Rabbiner Andrew Steiman (1) erzählt es so: Tatsächlich geht der Rabbiner am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, zum Rasenspiel, wo er ein Hole-in-one schlägt. Statt sich aber darüber zu freuen, schaut er nach oben und fragt Gott: „Wieso musst du dich so an mir rächen?“

Und so sind wir heute auch zum Golfspielen hier. Wir werden vielfältig auf die Probe gestellt. Lasst uns das als Grund zur Freude betrachten. Prüfung bringt Standhaftigkeit. Und das Kirchgolf, hier auf den verschiedenen Ebenen der Christuskirche, wird sicherlich auch manche neue Perspektive auf den Kirchenraum mitbringen. Wenn es dann noch dazu dient, einander besser kennenzulernen und eine gute Zeit miteinander zu verbringen, dann ist der Kirchenraum doch gut genutzt. Schließlich stimmt nicht, was ein Gemeindepädagoge in Schweden immer zu mir sagte: „Wir spielen doch nicht, weil es Spaß macht, sondern um zu gewinnen!“ So soll es unter uns nicht sein.

Die Tradition des jüdischen Humors sieht das Augenzwinkern und die unerwartete Pointe oft bei Gott selbst. Es ist Gott, der den Menschen auf diese Weise daran erinnert, sich selbst und die Welt nicht zu ernst zu nehmen. So sei es heute auch bei uns, beim Spiel in Gottes Angesicht.

Amen.

(1) https://jg-hanau.de/aktuelles/news/1251-geht-ein-rabbi-am-jom-kippur-golf-spielen/

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