Niemöller-Haus entwidmet

Niemöller-Haus entwidmet

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Niemöller-Haus entwidmet

Bottrop-Fuhlenbrock. Mit einem Gottesdienst ist das Martin-Niemöller-Haus in Bottrop-Fuhlenbrock offiziell entwidmet worden. Nach mehr als 70 Jahren als kirchlicher Versammlungs- und Gottesdienstort endet damit die Nutzung des Hauses als Kirche. Künftig wird das Gebäude überwiegend als evangelische Kindertagesstätte genutzt.

Die Geschichte des Hauses begann im Jahr 1953 mit dem ersten Spatenstich und der Grundsteinlegung. Auf einem zuvor von der Kirchengemeinde erworbenen Grundstück entstanden ein Pfarrhaus und ein Gemeindesaal. Am 24. Januar 1954 wurde das Gebäude eingeweiht. Die Einweihung leitete Oberkirchenrat Dedeke aus Bielefeld, während Superintendent Geck aus Recklinghausen Pfarrer Hans Reitze in seine Pfarrstelle einführte.

Mit der Teilung der damaligen Kirchengemeinde Bottrop nach der Kirchenwahl 1960 wurde das Martin-Niemöller-Haus zum Zentrum der neu entstandenen evangelischen Kirchengemeinde Bottrop-Fuhlenbrock. Über Jahrzehnte hinweg fanden dort Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen und Trauerfeiern statt. Darüber hinaus prägten zahlreiche Gruppen und Kreise das Gemeindeleben. Viele Menschen verbinden mit dem Haus persönliche Erinnerungen, darunter auch die Kinder- und Jugendbücherei, die für zahlreiche junge Besucherinnen und Besucher erste Begegnungen mit Büchern ermöglichte.

Im Jahr 2008 wurde der Kirchsaal im Zuge der Wiedervereinigung der Bottroper Kirchengemeinden umfassend umgestaltet. Der Künstler Oswald Krause-Rischard gestaltete die Fenster neu und brachte Blattgold an der Decke an. Nach seinen Entwürfen fertigte die Tischlerei Gollnow in Hagen Altar, Lesepult und Taufbecken. Auch das Kreuz im Kirchsaal entstand im Rahmen dieser Neugestaltung.

Die Entwidmungsliturgie leitete Superintendent Steffen Riesenberg, zuvor hatte Pfarrer Klaus Göke über die Verse aus dem Predigerbuch - "Alles hat seine Zeit" - gepredigt. Ein Wiedersehen gab es mit den früheren Gemeindepfarrern Volker Kramer und Volkert Bahrenberg.

Zur Ansprache von Superintendent Riesenberg geht es hier.

Mit der Entwidmung verliert das Martin-Niemöller-Haus seinen Status als Gottesdienststätte, bleibt jedoch ein wichtiger Ort im Stadtteil. Die künftige Nutzung als evangelische Kindertagesstätte soll den Erhalt des Gebäudes sichern und seine Bedeutung für das Gemeinwesen fortführen. Darüber hinaus bleiben einzelne Angebote wie das Klön-Café und Chorproben bestehen. Die liturgischen Ausstattungsstücke werden an anderer Stelle in der Gemeinde weiterverwendet.

Im Entwidmungsgottesdienst wurde sowohl der Geschichte des Hauses gedacht als auch der Blick auf die zukünftige Nutzung gerichtet. Dabei stand die Hoffnung im Mittelpunkt, dass das Gebäude weiterhin ein Ort der Begegnung, des Lernens und des Glaubens bleibt.

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